Asylbewerber

Seit 2 Monaten campierten Asylbewerber vor dem Stuttgarter Integrationsministerium für ihre Rechte. Vor drei Tagen lösten sie das Camp selbst auf, das Wetter sei zu kalt um den Protest durchzuhalten so ihr Sprecher. Verändert hat sich wenig. Es ist traurig, dass die Demonstranten kampflos aufgeben mussten. Sie wurden kaum von der Bevölkerung unterstützt, so war mein Eindruck. Das ist wohl auch der Grund, dass sie nicht weiter machen wollten und konnten.Das Protestcamp wurde in den Medien verschwiegen bzw negativ behandelt, niemand fühlt sich verantwortlich, wie Hameed es sagt.

„Wir waren vor dem Integrationsministerium, weil wir jemanden finden wollten, der verantwortlich ist für uns, doch niemand wollte für uns verantwortlich sein“ Muhammad Imran Hameed (Sprecher der Aktivisten)

Deutschland vernachlässigt den sozialen Wohnungsbau. Das hat zur Folge, dass man die Flüchtlinge in Nazi-Zielscheiben stecken muss, wo sie von der Polizei nur mäßig geschützt werden. Den Asylbewerbern wird ein unglaublicher Hass entgegengeworfen. Die Menschen werden ausgeschlossen, eigentlich wollte man schon lange von diesem Kurs weg. Die Flüchtlinge werden sogar in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Deutschland züchtet sich mit dieser Politik eine Parallgesellschaft heran. Es ist klar, dass dann die Kriminalität größer wird, denn wir drängen Menschen solange Richtung Abgrund bis sie nach vorne flüchten müssen.

Deutschland blamiert sich unglaublich international, nur maximal 5.000 Syrer sollen aufgenommen werden. Aber 1.9 Millionen Flüchtlinge, allein aus Syrien brauchen Asyl. Schweden macht es vor, Schweden erlaubt jedem syrischen Flüchtling unbeschränktes Asyl. Warum zieht Deutschland nicht nach? Wir hätten die finanziellen Möglichkeiten!

Ich kann dieses Nationaldenken nicht verstehen, es ist schließlich Zufall in welchem Land man geboren wurde, also hat auch jeder das Recht in jedem Land zu leben. Schade, dass so viele Menschen keine zwei Meter weit denken können und das nicht verstehen. Mich macht diese ganze Scheiße unglaublich wütend ich hoffe ich konnte die Wut einigermaßen aus dem Artikel raushalten.

Quellen:

http://m.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.camp-auf-der-thouretstrasse-in-stuttgart-asylbewerber-beenden-protest.a82b24a7-0186-451b-b832-b6c2b24018e3.html

http://www.taz.de/Schweden-und-die-syrischen-Fluechtlinge/!123145/

http://www.sueddeutsche.de/politik/deutsche-asylpolitik-sieg-des-menschenverstands-1.1757347

Warum perfekte Lebensmittel?

Heutzutage sieht eine Karotte perfekt aus. Dafür, dass wir nur perfektes Obst und Gemüse kaufen können werden europaweit 90 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Es ist wohl ein Problem unserer Zeit, dass immer alle nur das Beste wollen. Ich halte die Entwicklung für einen Fehler.

Ich will, dass mein Kind mich später noch fragen kann, wieso die Banane krumm ist.

In der Schweiz werden die unperfekten Lebensmittel schon angeboten, 30% billiger. Siehe da, das Angebot wird angenommen, die Leute kaufen. Langsam beginnt es, dass deutsche Supermärkte sich ein Beispiel nehmen.

Meine Oma sagte immer: „Deine Augen sind größer als der Hunger“

Ich finde meine Oma, Mensch hab sie seelig, hat damit unsere komplette Gesellschaft beschrieben. Jährlich wirft der Durchschnittsdeutsche 81,6 kg Essen weg. Jeder siebte hungert, viele sprechen davon, dass man mehr anbauen muss. Nein, es muss mehr gegessen werden, anstatt weggeworfen.

Transportwege in Schwellenländern müssen ausgebaut werden, denn 40% der Lebensmittel verderben in armen Ländern schon beim Transport. Es sind auch keine teuren Düngemittel nötig, die können sich sowieso viele nicht leisten.  Es reichen kleine Verbesserungen, sagt Tristram Stuart, ein britischer Öko-Aktivist. Eine bessere Bildung der Bauern zum Beispiel.

Viele Bioläden bieten eine Gemüsekiste an, die wird 1 mal pro Woche geliefert, in der Kiste sind Produkte aus der Region, die durch frische bestechen. Natürlich sind nur Produkte der Saison in der Kiste. Bei uns ist bis jetzt noch nicht viel verdorben, im Gegenteil, wir versuchen alles zu verbrauchen, denn irgendwie weiß man woher es kommt, im Gegensatz zu den perfekten Karotten im Supermarkt, die aussehen, als wären sie aus einer Fabrik. Solche Projekte wird es wohl überall geben, man muss nur mal fragen. Es ist eine geile Sache, jeder gewinnt dabei, Gesundheit, Umwelt, Bauern.  ( http://www.lieferando.de/gemuesekiste-bestellen#! )

Quellen:

http://www.suedkurier.de/nachrichten/panorama/weltspiegel-themensk/Einzigartig-Die-Karotte-mit-drei-Beinen;art1003205,6277887

http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2012-03/lebensmittel-muell-mindesthaltbarkeitsdatum

http://www.zeit.de/2011/33/Lebensmittelvergeudung

Homophobie im Fußball

Ich nehme mir den Bundesligastart mal als Anlass um meine Gedanken zur Toleranz im Fußball aufzuschreiben. Viele sehen Fußball als eine Art Religion an, Religionen tendieren dazu völlig intolerant gegenüber Andersdenkenden zu sein. Ein wichtiger Wert für viele Fußballfans ist die Männlichkeit, sie gehen davon aus, dass Homosexuelle nicht männlich und somit schwach sind. Ich spreche hier nicht von allen Fans, aber so kommen die Fanklubs bei mir an. Fangesänge sind viel zu oft von homophoben und rassistischen Parolen geprägt. Tatsächlich sind diese Fans, die die den Sport kaputt machen, sie werfen ein schlechtes Licht auf die Vereine und die gesamte Fußballwelt.

Ich bin generell kein Freund davon, dass man sich unbedingt outen muss, denn ich halte es für normal, dass man Menschen liebt und keine Geschlechter. Ein Outing impliziert die Grenzüberschreitung. Aber gerade im Fußball, in dem Homophobie allgegenwärtig ist, sollten die Spieler, die als Vorbilder für die Fans dienen, offen zu ihrer Sexualität stehen.

Wenn sich Spieler outen, dann sollten sie das allerdings in einer Gruppe tun, denn wenn sich ein einzelner Spieler outet gerät er schnell unter die Räder der Fans und Medien. Viele Spieler outen sich erst nach der Kariere, weil sie wissen, dass sie als schwuler Fußballspieler kaum noch die Chance bekommen sich in ein Team zu integrieren. Es ist schade, dass die Fußballwelt sie zu diesem Versteckspiel zwingt.

Seit 2002 gibt es in Deutschland homosexuelle Fanklubs, inzwischen sind es 19 Klubs mit insgesamt 800 Mitgliedern (Stand 2010). Es hat sich auch eine Fangemeinschaft gegründet, die ein Banner gegen Homophobie in den Stadien rumschickt, dazu verlink ich euch unten mal ein Video. Ich hoffe, dass sich dieser Trend fortsetzen wird, damit auch die großen Fanklubs alles dafür tun um Faschisten aus den Kurven rauszuhalten.  http://www.youtube.com/watch?v=xn28ed98w20

Quellen:

1: http://library.fes.de/pdf-files/do/08165.pdf

2: http://de.wikipedia.org/wiki/Queer_Football_Fanclubs

3: http://www.spiegel.de/video/homophobie-im-fussball-lahm-sorgt-fuer-neue-diskussion-video-1172844.html

4: http://de.wikipedia.org/wiki/Homophobie_im_Fu%C3%9Fball

5: http://fussballfansgegenhomophobie.blogsport.de/

Fleischkonsum

Der Umstand, dass wir alle überwacht werden scheint nicht mehr skandalös genug zu sein, wir müssen uns jetzt darüber aufregen, dass man vielleicht bald einen Tag in der Woche nur vegetarisch essen darf.  Die Bild titelte mit „Die Grünen wollen uns das Fleisch verbieten!“ und die ganze Bevölkerung wittert einen ähnlich schlimmen Skandal wie damals, als unsere geliebten Reittiere in der Lasagne waren.

Günstig ist gut! Der Durchschnittsdeutsche gibt nur 11,5 % seines Einkommens für Lebensmittel aus. (Quelle: http://www.bvlh.net/typo3temp/pics/8a29bfe7f4.jpg)

Der Weg, etwas zu verbieten ist zwar meiner Meinung nach schlecht, aber wenigstens geht mal jemand das Problem an. Der normale Menschenverstand scheint heutzutage nicht verstehen zu können, dass ein Burger für 1 € nicht aus einem Tier ist, dass gut gehalten wurde. Die gute Haltung ist nicht nur aus Tierschutzgründen wichtig, sondern auch aus gesundheitlichen.                              

Unsere Gesellschaft hat den Umgang mit Nahrung schlicht und einfach verlernt. Lernen geht am besten wenn man jung ist, deswegen sollten sich Politiker dafür einsetzen, dass die richtige Ernährung schon in der Schule gelernt wird.  Fakt ist, dass wir Deutschen doppelt soviel Fleisch essen, wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt. Der starke Fleischkonsum ist eine der Hauptursachen für viele Zivilisationskrankheiten.  Davon abgesehen steigt der Getreidepreis wegen des hohen Bedarf für Futtermittel in die Höhe, während Menschen verhungern, weil sie kein Geld für das teure Getreide haben. Klar ist es stark vereinfacht dargestellt, aber das Prinzip trifft zu. Trotzdem essen wir immer mehr Fleisch, 2012 war der Fleischkonsum so hoch wie nie. (Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/fleischatlas-report-zeigt-globalen-fleisch-konsum-a-876756.html)

Die Politik kann mehr als nur zusehen. Zum Beispiel würde der Fleischkonsum um 10% sinken, wenn man die Subventionierung von Fleisch stoppen würde. Umgerechnet würde man damit den Co² Ausstoß von 2 Mio. Autos einsparen können. Dies ging aus einer FÖS-Studie hervor, die Greenpeace in Auftrag gab. (Quelle:  http://www.greenpeace.de/themen/landwirtschaft/presseerklaerungen/artikel/subventionen_fuer_billigfleisch_abschaffen/)

Je mehr ich über das Thema nachdenke und lese, desto mehr entscheide ich mich gegen Fleisch auf meinem Teller. Ich nehme mir allerdings nicht das Recht raus, jemandem etwas zu verbieten, aber wenn die, die täglich Fleisch essen einmal in der Woche verzichten würden, wäre schon einiges erreicht. Aber mit Verbot erreicht man nur das Gegenteil. Die Vegetarier/Veganer, die sich als die Missionare ihrer Religion, den Vegetarismus, sind nicht ernst zu nehmen, genau wie militante Fleischesser . Am Ende sollte einfach jeder selbst entscheiden was er isst und wie viel er isst, das Werkzeug zur Entscheidung sollte man früh mitbekommen.

Worauf ich achte?

Ich achte darauf, wenn ich Fleisch esse Fleisch zu essen das ich kannte. Wenig Abfall in der Küche zu produzieren, also wenig wegzuwerfen. Außerdem haben wir eine Gemüsekiste „aboniert“ das heißt, dass jede Woche eine Kiste mit Gemüse vor unserer Türe steht, die von lokalen Bauern mit dem gefüllt wurde, was eben grade reif ist. Ich streber allerdings auch nicht rum, jedes Essen zählt, es gibt allerdings nur Plus und Neutral.

Das Thema Ernährung ist mir grade wichtig, ich werde die Tage vielleicht nochmal was darüber schreiben.

Behindertenquote?

Als ich vor ein paar Tagen davon gelesen habe, dass der niedersächsische Landesbehindertenbeauftragte Karl Finke eine Behindertenquote fordert war ich erstmal geschockt. Finke fordert, dass jeder zehnte Listenplatz an einen körperlich behinderten Menschen vergeben wird.  Für mich geht diese Forderung davon aus, dass Menschen mit Handicap nicht die nötige Kraft haben sich im politischen Geschäft durchzusetzen, was nicht stimmt. Meinen Gedanken zum Thema brachte Petra Wontorra, die beim  „Forum Barrierefreies Bremen“ aktiv ist, gut auf den Punkt.

„Eine Quote würde nach meiner Auffassung die Kompetenz behinderter Menschen infrage stellen. Meine Behinderung spielt in meiner politischen Arbeit primär keine Rolle. Ich mache Politik mit meinem Handicap und nicht trotz oder wegen meiner Behinderung.“ (taz.de) 

Man gibt behinderten Menschen kaum Gelegenheit sich einzubringen, Barrieren gibt es leider noch viel zu viele, auch in den Köpfen. Der Gedanke, dass ein Mensch, der körperlich behindert ist, genauso denken kann wie wir „normalen“ Menschen ist für viele schwer nachvollziehbar.  Deswegen sollten grade Menschen mit Handicap in die Politik gehen um die Barrieren in den Köpfen kaputt zu treten.